Portrait eines Hauses  
- English version -

 


Das GEDOK- Gebäude in Stuttgart nach Fertigstellung im Jahr 1956
 


Ballettsaal
 


Galerie 
 


Atelier



Elle Hoffmann

 

Grit Bauer - Revellio
  
   

Ida Dehmel

Die GEDOK
Die GEDOK – Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer e.V.- wurde 1926 in Hamburg gegründet. Die Stuttgarter Gruppe besteht seit 1937 und besitzt seit 1955 in der Hölderlinstraße ein eigenes Haus mit 22 Wohnateliers, einem Ausstellungs- und Konzertsaal und einem Ballettsaal. Die GEDOK weist sich im Gegensatz zu anderen Künstler- und Künstlerinnenvereinigungen durch besondere Interdisziplinparität aus. Ihre Mitglieder sind Künstlerinnen aus den Gebieten Musik, Literatur und Theater, Tanz, angewandte Kunst, Bildende Kunst und Neue Medien. Ihre künstlerische Arbeit wird durch die Gruppe der Kunstförderer sowohl materiell als auch durch ehrenamtliches Engagement unterstützt. Die GEDOK bietet einen selbstdefinierten Raum innerhalb des Kunstbetriebs, der Künstlerinnen aller Sparten die Chance zur freien und unabhängigen Entwicklung bietet, denn nach wie vor sind Frauen trotz formaler Gleichberechtigung und entsprechender künstlerischer Qualifikationen auf dem Kunstmarkt benachteiligt und unterrepräsentiert. Als professionell agierende Künstlerinnenvereinigung hat die GEDOK ihren Sitz in verschiedenen Gremien wie dem Landesfrauenrat, dem Landeskunstrat und weiteren Landes- und Bundesvereinigungen von Künstlern und der IGBK. In dieser Funktion nimmt die GEDOK auch Einfluss auf die Kulturpolitik. 

Das GEDOK - Haus als Kulturzentrum
Das Atelierhaus der GEDOK hat sich mit der Galerie und dem Konzertsaal als spartenübergreifendes Kulturzentrum in Stuttgart etabliert. Das GEDOK - Haus ist ein Forum, das sich durch sein vielfältiges Angebot von anderen kulturellen Einrichtungen in der Region abhebt. Hier werden neben den assoziierten Künstlerinnen auch immer wieder Nichtmitglieder in das Kulturprogramm eingebunden. Namhafte Künstlerinnen und Künstler stellen in diesem Rahmen ihre Positionen vor, und die GEDOK kooperiert oft mit anderen Kulturinstitutionen wie Theatern, Galerien und der Stuttgarter Kunstakademie etc.

Programmgestaltung in der GEDOK
Die GEDOK Stuttgart bietet ein vielseitiges kulturelles Programm, dessen Gestaltung sehr stark vom Engagement der jeweiligen Mitglieder bestimmt wird. Neben Konzerten, Lesungen, Performances und Ausstellungen gibt es kunst- und kulturtheoretische Vorträge, Workshops, Professionalisierungsseminare, Atelierbesuche und Feste. Der Veranstaltungskalender erscheint dreimal im Jahr; die Veranstaltungen werden von den jeweiligen Fachgruppenleiterinnen erarbeitet. Künstlerinnen und Künstler können in diesem Rahmen eigene Werke einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren, außerdem haben sie hier die Möglichkeit, eigene kuratorische Ideen, konzeptionelle und theoretische Projekte etc. In selbstverwalteten Räumen und ohne größere bürokratische Hürden zu initiieren und durchzuführen. Gerade die Chance, Eigeninitiative zu entwickeln und so ein interessantes Kulturprogramm zu gestalten, führte dazu, dass die GEDOK in Stuttgart die 
professionelle Künstlervereinigung mit dem höchsten Anteil junger Mitglieder ist.

Ziele
Die GEDOK als gemeinnützig anerkannte Organisation hat das Ziel, die Interessen der Künstlerinnen aller Kunstsparten wahrzunehmen, die Professionalisierung künstlerischer Arbeit von Frauen zu fördern und Künstlerinnen den Weg in die Öffentlichkeit zu erleichtern. Die GEDOK will Anfängerinnen und Anfängern Möglichkeiten bieten, sich mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern auszutauschen und hinter die Kulissen des Kunstbetriebes zu blicken. Durch die Zusammenarbeit mit jungen Kuratorinnen und Kuratoren, mit Künstlern und Künstlerinnen von internationaler Bedeutung wir eine Öffnung de Vereinsgrenzen geschaffen und die Vernetzung mit anderen Kunstinstitutionen gefördert. Durch die Arbeit mit kunsttheoretischen Texten und den Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern will die GEDOK eine Schnittstelle bilden zwischen Theorie und künstlerischer Praxis. Langfristig soll die GEDOK noch stärker in das öffentliche Kulturleben in Stuttgart eingebunden und ihre Präsenz dort noch deutlicher sichtbar werden. Zur Realisierung dieser Ziele steht das GEDOK - Haus in der Hölderlinstraße den Mitgliedern und der interessierten Öffentlichkeit als Forum für künstlerischen Austausch auf allen Ebenen zur Verfügung. Durch die Einrichtung eines Gastateliers und international besetzter Workshops soll langfristig der internationale 
Kulturaustausch verstärkt werden.

Finanzen
Die GEDOK Stuttgart wird getragen von Mitgliedsbeiträgen und Spenden, von Zuschüssen der Stadt Stuttgart und des Landes Baden - Württemberg. Alle anfallenden konzeptionellen und verwalterischen Arbeiten werden ausschließlich ehrenamtlich und nebenberuflich ausgeübt.

Das GEDOK - Haus 
In den beiden Atelierhäusern der GEDOK leben und arbeiten ca. 20 Künstlerinnen unterschiedlichster Altersstufen und aller künstlerischen Sparten. So entsteht hier eine spannende Mischung aus Wohnen und künstlerischem Arbeiten, eine anregende Atmosphäre des interdisziplinären Austauschs und der Begegnung von jungen und älteren Künstlerinnen. Die Atelierhäuser in der Hölderlinstraße wurden 1954 auf Initiative der damaligen GEDOK - Vorsitzenden Elle Hoffmann und von der Architektin Grit Bauer - Revellio konzipiert. Der Bau wurde mit finanziellen Mittel der GEDOK - Mitglieder und der Stadt Stuttgart finanziert und 1959 mit dem Paul-Bonatz-Preis der Stadt Stuttgart ausgezeichnet.

Geschichte
Die GEDOK wurde 1926 in Hamburg als Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen von Ida Dehmel gegründet. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Ortsgruppen in Deutschland und Österreich. Die Stuttgarter GEDOK formatierte sich 1937 und nahm 1946 als erste Gruppe nach dem Krieg die Arbeit wieder auf. Obwohl es für die etwa 4000 Mitglieder eine Bundesgeschäftsstelle der GEDOK gibt, arbeiten doch alle 23 örtlichen Gruppen weitgehend autonom sowie konzeptionell und programmatisch eigenständig.