GEDOK STUTTGART
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Gertrud wartet auf Frieden

Lesung: Jutta Weber-Bock, ›Gertrud wartet auf Frieden‹ im Rahmen der Ausstellung ›Die Erinnerung erfinden wir uns selbst – 100 Jahre GEDOK‹
Donnerstag, 15. Oktober, 19:30 Uhr
 
Beim Schreiben habe ich mir die Erinnerungen meiner Mutter erfunden und sie mir zugleich angeeignet. Ihre Worte stiegen erst in mir auf, als ich sie nicht mehr fragen konnte. Ihre Kindheit hat sich als neue Ebene in meinem Gedächtnis eingelagert und ihre fiktiven Sätze verschoben mein Narrativ. Oder war es umgekehrt? Eine Spurensuche, bei der ich Grenzlinien erkundet und mich von Schwelle zu Schwelle geschrieben habe. Wie eine Weichenstellung fungierten dabei die beiden Kunstwerke. Sie übernahmen mit leichter Hand ihre Rollen in der Geschichte. Die sechsarmige Frau wurde als Nachbarin zu einer tragenden Figur und der zerbrochene und zerlöcherte Stein zum Symbol eines nie verwundenen Verlusts. (Kunstwerke: oben – Anna Ingerfurth, Wochenzeichnung 40 2023, Acryl auf Papier, 21 × 29,7 cm. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 / unten – Lioba Abrell, Interior 15, 2022, Quarz (Kristallgestein), 11 × 15 × 13 cm. © VG Bild-Kunst, Bonn 2026). Die Erzählung ›Gertrud wartet auf Frieden‹ ist im Frühjahr 2026 in der Anthologie ›Literatur trifft Kunst – 23 Geschichten, die hängen bleiben‹ im Verlag Sparkys Edition erschienen.

GEDOK-Galerie.